Guardians of Cabinets

Presented by Asia Contemporary Art Platform NON Berlin

 

Supported by
Senate Department for Culture and Europe Berlin

 

C/0 Meinblau Projektraum, Pfefferberg Haus 5, Christinenstr. 18-19, 10119 Berlin

Eröffnung: 14. August 2020, 15h-22h Laufzeit: 15. - 30. August 2020

In The Guardians of Cabinets, a solo exhibition by Jina Park, visitors are invited to immerse themselves in their personal cabinet of curiosities. Combining painting with augmented reality, the exhibition interrogates our relationship to foreign cultures.

Jina Park’s artistic process begins with collecting animals, plants, sculptures, and other objects from a wide variety of countries and epochs. Taking them from museums, zoos, and botanical gardens, which often have an imperialist history, Park appropriates these sometimes violently collected objects and creatures and recasts them as symbols of the satisfaction of individual desire. She then decontextualizes and transforms them into dreamlike, surreal paintings. The resulting collection, selected primarily according to painterly criteria, belongs to the tradition of the cabinet of curiosities, the forerunners of today’s museums.

For the first time in The Guardians of Cabinets, Park combines her paintings with site-specific augmented reality technology to create an immersive event. Visitors move through an exhibition space framed by a grid structure reminiscent of cages. The representational paintings, with their reduced color palette, exude a calm yet exciting atmosphere, in which life, the will to live, and death are united. Animals and their remains are found amid exotic plants: a seemingly petrified lizard, a skull, a screeching monkey. Among them roves a menacing jaguar, which seems to step out of the canvas and prowl through the exhibition in fear. The analogue and digital spaces, real and virtual elements intertwine and interpenetrate each other as the reading of one begins to influence the other.
The exhibition takes as its point of departure the personal experiences of the South Korean artist, who lives and works in Berlin. Depending on their perspective, viewers often look for ‘the Asian’, or later, for ‘the German’ aspects of her art and thus for a confirmation of their own biases. Her confrontation of such questions and of our reservations towards other cultures, along with the need for categorization, lends additional intensity to Parks’ handling of themes such as individuality, power relations, eurocentrism, and postcolonial gazes.

In its form as a self-critical cabinet of curiosities, this multimedia exhibition not only interrogates the ideas of collection, exhibition, and our taste for sensationalism, but also offers an intelligent and sensual experience and suggests promising possibilities for the extension of painting in the digital age.

The exhibition is curated by Isabelle Meiffert.

 

 

Bei der Einzelausstellung The Guardians of Cabinets von Jina Park sind Besucher*innen eingeladen, in ihre persönliche Wunderkammer einzutauchen. Darin wird Malerei mit Augmented Reality vereint und unser Umgang mit fremden Kulturen befragt. Jina Park sammelt Tiere, Pflanzen, Skulpturen und andere Objekte unterschiedlichster Länder und Epochen. Sie findet sie in Museen, Zoos und Botanischen Gärten, die häufig eine imperialistische Vergangenheit aufweisen. Park eignet sich mitunter gewaltsam gesammelte Gegenstände und Lebewesen an, die als Statussymbole einer individuellen Begierdebefriedigung dienen. Sie dekontextualisiert sie erneut und überführt sie in mitunter traumartig und surreal anmutende Malereien. Die so entstehende und vornehmlich nach malerischen Kriterien ausgewählte Sammlung steht in der Tradition der Kunst- und Wunderkammern, den Vorläufern heutiger Museen. In der Ausstellung 'The Guardians of Cabinets' erweitert sie ihre Malereien erstmals durch ortsbezogene Augmented Reality Elemente und schafft ein immersives Ereignis. Der Ausstellungsraum wird durch eine an Käfige erinnernde Gitterstruktur gerahmt, innerhalb derer sich die Besucher*innen bewegen. Die gegenständlichen Malereien mit reduzierter Farbpalette verströmen eine ruhige und doch spannungsvolle Atmosphäre, in denen das Leben, das Leben wollen und der Tod vereint sind. Zwischen exotischen Pflanzen finden sich Tiere und deren Überreste: eine versteinert wirkende Echse, ein Schädel und ein brüllender Affe. Dazwischen taucht ein bedrohlich wirkender Jaguar auf, der aus dem Bild herauszutreten und sich stressbedingt im Ausstellungsraum zu drehen scheint. Analoge und digitale Räume, reale und virtuelle Elemente verschränken und durchdringen sich. Ihre Lesarten beginnen, sich wechselseitig zu beeinflussen. Ausgangspunkt dieser Auseinandersetzung sind persönliche Erfahrungen der südkoreanischen Künstlerin, die in Berlin lebt und arbeitet. Betrachter*innen suchen je nach Perspektive häufig nach 'dem Asiatischen' oder später nach 'dem Deutschen' in ihrer Kunst und damit nach einer Bestätigung ihrer eigenen Vor-Urteile. Die Konfrontation mit solchen Fragestellungen und Vorbehalten anderen Kulturen gegenüber sowie dem Bedürfnis nach Kategorisierungen verstärkte Parks Beschäftigung mit Themen wie Individualität, Machtverhältnissen, Eurozentrismus und postkolonialistischen Blicken. Die multimediale Ausstellung in Form einer selbstkritischen Wunderkammer befragt nicht nur das Sammeln, Ausstellen und unsere Sensationslust. Sie bietet ein geistreiches wie sinnliches Erlebnis und ist ein gelungener Vorschlag für die Erweiterung der Malerei im digitalen Zeitalter. Die Ausstellung wird von Isabelle Meiffert kuratiert

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